Subversives Verhalten vor dem Supermarkt und Graf Luckner

Vor dem Eingang des Supermarktes lungerten einige Jugendliche rum, rauchten und lachten. Das erinnere mich an mich selber. Nur das diese Jugendlichen dabei kein Bier in der Hand hatten. Es wird wohl nicht alles schlechter. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass Rauchen nicht gut für einen ist. Vielleicht kam mir daher die Idee beim Herausgehen aus dem Supermarkt. In der letzten Zeit gibt es hinter der Kasse Telefonbücher zum Mitnehmen. Da liegen Sie fein aufgestapelt, das Örtliche und die Gelbe Seiten fein miteinander verschweißt.

 

Ich nahm eines der Packen und ging zu den Jugendlichen nach draußen. Ich grüßte sie und fragt, ob sie Sport machen. Einige bejahten das. So fragt ich Sie, ob sie meinten, dass ich diese Bücher durchreißen könne. „Ne Alter nie im Leben“ war die Antwort. 

Ich entgegnete gut: „Ich will das mal probieren - wartet mal -  , wenn ich das schaffe, schlage ich Euch etwas vor und Ihr versprecht mir nur darüber nachzudenken. Ihr müsst das nicht tun, nur darüber nachdenken.“ Alle nickten.

Dann griff ich beide Bücher, drückte sie so fest ich konnte gegeneinander und riss sie durch. Die Jugendlichen konnten nicht glauben, was sie da gerade sahen. „Unglaublich, geil, und abgefahren“ klingen noch in den Ohren.
Dann sagte ich ihnen „Ich habe früher auch einmal geraucht, es ist wirklich nicht gut für einen. Ihr solltet darüber nachdenken aufzuhören.“ Ich lächelte und es war kurz still, bevor viele Fragen auf mich einprassselten. Einem jungen Mann zeigte ich noch, wie er die Gelben Seiten zu reißen hat. Da er Malergeselle ist und viel körperlich arbeiten muss, hatte er die nötige Kraft und mit den richtigen Hinweisen ging es. Wir strahlten beide. Ich weiß nicht, ob ich einen der Anwesenden dazu gebracht habe mit dem Rauchen aufzuhören. Aber vielleicht habe ich einen gedanklichen Samen gesetzt aus dem irgendwann ein gesünderes, besseres Verhalten hervorkommen wird.

So nahm ich meine Einkäufe vom Boden auf und wendete mich Richtung Heim. Als ein alter Mann seine Besorgungen im Fahrradkorb verstaute. Er sprach mich an und fragte mich, ob ich Graf Luckner kenne? Ich musste grinsen, natürlich kenne ich den „Seeteufel“. Er fuhr fort. Das letzte mal das ich so etwas sah, war vor 60 Jahren und das war Graf Luckner, der mit bloßen Händen Telefonbücher zerrissen hat. Sie haben den Jungen genau gezeigt, wie das geht. Sie machen dass nicht zum ersten Mal, oder?

Er hatte mich ertappt, ich musste grinsen. „Schuldig im Sinne der Anklage“. Wir mussten beide lachen und wünschten uns einen guten Abend.

Weitere Informationen zu Graf Luckner bei Wikipedia

Felix Graf von Luckner bestätigt, dass er am 11. Januar 1935 ein Reichsadressbuch mit ca. 8960 Seiten im Cafe Kobelius in Bad Liebenwerda zerrissen hat.

Kobelius 1
By Felix Graf von Luckner (own collection) [Public domain], via Wikimedia Commons

OK da muss ich wirklich noch dran üben. Die beiden Telefonbücher zusammen hatten ca. 1850 Seiten. Da die Telefonbücher von Jahr zu Jahr immer dünner werden, wird das wohl auch nicht so einfach reproduzierbar sein.

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